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 Geschichten
Anfang ( gelöscht )
Beiträge:

07.06.2009 18:07
Tempel der Spiegel antworten
Ein Meister hatte zwei sehr tüchtige Schüler.
Bevor er sie in die weite Welt entließ,
unterzog er sie einer letzten Prüfung um zu sehen,
ob sie für ihren Weg auch wirklich gut vorbereitet sind.

Es kam der Tag an dem er sich herzlich
von beiden verabschiedete und ihnen etwas
Proviant mit auf die Reise in die nächste Stadt gab.

Beide Schüler machten sich gemeinsam
auf den Weg durch das Dickicht und waren wie Brüder zueinander.

„Hör zu,“ sagte der eine nach mehreren Tagen zu dem anderen.
„Ich habe darüber nachgedacht was unser Meister mich gelehrt hat.
Nun kann ich kann im Stillen leben und was immer ich brauche
wird mir die Natur schon geben.
Außerdem bin ich furchtlos und so will ich
für den Rest meines Lebens hier im Dschungel verweilen.
Ich brauche die Menschenwelt nicht.“

Beide verabschiedeten sich herzlich voneinander
und so ging jeder weiter seinen Weg.
Nun bin ich an meinem Ziel schon angelangt dachte der eine,
der im Dschungel blieb und machte sich
frohen Mutes auf die Suche nach einer angenehmen Behausung.
Viele Tage wanderte er, es fehlte ihm an nichts und nachts suchte er sich
unter den großen Palmen Schutz vor dem Regen.
Nach einigen Tagen und Wochen gelangte er, und traute seinen Augen kaum,
an einen wunderbaren Tempel der wohl aus Gold erbaut wurde.
Kein Mensch war weit und breit zu sehen.

Voller Freude über diesen großen Schatz rannte er in das Innere des Tempels
und staunte gar sehr über ein wunderschönes Licht,
welches ihn an jenem Ort willkommen hieß.

Plötzlich erschrak er, denn er war von abertausenden Männern umzingelt,
die wohl alle diesen Schatz für sich bewahren wollten.
Im nächsten Moment setze er seinen giftigsten Blick auf und begab sich in Kampfstellung.
Er war sich sicher, nur er hatte dieses Paradies verdient.
Aber seine Gegner waren, was immer er auch tat, genauso schnell wie er.
Nur weg hier dachte er. Ich muss aufgeben, es sind zu viele.
Er rannte und rannte, aber alle rannten hinter ihm her.
Erschöpft und erfüllt von Angst, Enttäuschung und Wut brach er schließlich zusammen und fiel tot um.

Viele Jahre später erinnerte sich der andere Schüler an die Begebenheit,
und wollte wissen wie es dem anderen Schüler ergangen war.
Er nahm sich etwas Proviant mit und machte sich auf den Weg über Berg und Tal.
Viele Tage war er unterwegs und gelangte, wie es der Zufall so will,
ebenfalls an den goldenen Tempel der Spiegel.

Auch er war fasziniert von seiner wunderbaren Schönheit und betrat ihn ehrfurchtsvoll
um seinem Meister und den Göttern dafür zu danken, dass sie ihm ihren Schutz schenkten
und für diese Schönheit, die er an jenem Ort erblicken durfte.

Wie freute er sich darüber,
als er viele junge Männer sah, die so wie er, ihren Meistern und den Göttern dankten.
Immer wieder rezitierte er seine Gebete und dankte für diese wunderbare Fügung.
Eine unbeschreiblich bezaubernde, kraftvolle Melodie erfüllte Raum und Zeit.

Sein Vorhaben nicht vergessend, verabschiedete er sich nach einiger Zeit
von seinen Kameraden und machte sich des Glückes erfüllt
auf den Weg zu seinem Meister,
der ihn volle Freude in Empfang nahm und ihn mit den Worten[weiss]:
„Das alleine war eure Aufgabe“, lächelnd begrüßte.

Zeit seines Lebens ging der Schüler von Zeit zu Zeit in den goldenen Tempel der Spiegel
um seine Freude und Gebete mit Freunden zu teilen.
Er war um eine Erfahrung reicher.

Die Spiegelung ist der eigene Geist.
Der Lebensspiegel ist ein und der selbe Ort, der den einen zur Not und zum Tod bringt,
und für den anderen die Quelle zum Glück sein kann.
Angefügte Bilder:
Spiegel1.jpg  
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