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 Geschichten
Anfang ( gelöscht )
Beiträge:

17.06.2009 19:19
Das volle Gefäß antworten

Simon, ein Junge aus sehr gebildetem Hause,
meinte eines Tages, er hätte nun alle Sachen studiert,
die es zu studieren gäbe.
Das machte ihn so sehr traurig das er dachte,
sein Leben hätte nun keinen Sinn mehr.

Eines Tages aber hörte er in seiner ganzen Verzweiflung
zwei Männer von den Reden des Buddha erzählen.
Voller Freude stürzte er sich über alle Bücher
die er zu dem Thema Buddhismus fand.

Als er nun alle Bücher die es gab studiert hatte
– sie fast alle auswendig konnte - dachte er:
„Ich habe den Buddhismus sehr gut studiert,
aber ich habe ihn nicht wirklich praktiziert.“
Simon erfuhr von einem Meister, dem wohl bekanntesten,
und so beschloss er bei ihm in Lehre zu gehen.

Er machte sich auf einen langen Weg um den Meister zu finden.
Als er sein Ziel nach vielen Wochen erreichte
fand er den Meister im Lotussitz und Tee trinkend vor.
Simon begrüßte ihn ganz freudig und erzählte dem Meister überschwänglich
von allem was er bereits gelernt hatte und bat ihn,
bei ihm in Lehre gehen zu dürfen.

Der Meister nickte freundlich und bat den Schüler,
in einem Jahr wieder zu kommen.

Der Schüler war über diese Antwort sehr verwirrt und traurig.
Als er nach langen Wochen wieder in seiner Heimat ankam,
sprach er mit seinen Freunden darüber, warum der Meister ihn
nicht bei sich aufnehmen wollte.
Viele Tage dachte er darüber nach und überlegte sich,
ob er überhaupt nochmals zu ihm gehen solle.

Sein Wunsch aber bei dem Meister zu lernen war so stark,
dass er sich im Jahr darauf wieder auf die Reise machte.
Wieder fand er den Meister im Lotussitz und Tee trinkend vor.
Der Schüler betrat den Raum und erzählte dem Meister davon,
wie lange er und seine Freunde darüber nachgedacht hatten,
wieso er ihn nach Hause geschickt hatte und bat ihn erneut darum,
bei ihm lernen zu dürfen.

Der Meister lächelte und bat ihn, in einem Jahr wieder zu kommen.

Simon machte sich nach einem weiteren Jahr erneut auf seinen Weg
und schwor sich, dieses Mal ist es das letzte Mal.
Als er den Meister in der ihm bereits schon gewohnten Haltung beim Tee trinken antraf,
setzte er sich schweigend hin und lächelte.
Der Meister stand nach einer Weile auf und brachte
dem immer noch lächelnden Schüler eine Tasse.

Er schenkte ihm Tee ein und sagte dabei:
„Nun sollst du bei mir bleiben und von mir lernen.
In ein volles Gefäß kann ich nichts mehr füllen.“

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