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22.07.2009 20:11
Das Geheimnis der Weisheit antworten

Ein junger Mann erlebte eines Tages, dass ein Mensch, der ihm in seinem Leben
etwas unwichtiger war, aufgrund eines Unfalles verstarb. Was heißt hier unwichtiger? Sie waren sich eben bisher einfach nicht nah genug. Doch sie waren sich nah genug, dass er auf einmal sehr viele Gefühle entwickelte. So ging er traurig und nachdenklich zu seinem Lehrer und sprach:

„Ich habe es mir nicht gewünscht, dass er einen Unfall hat, Meister.
Zeit meines Lebens habe ich schließlich dafür gebetet, dass es allen Lebewesen gut geht,
dass sie glücklich sein können, so wie ich glücklich bin.
Jetzt, da er aber stirbt, suche ich nach einer Antwort auf all meine gescheiterten Gebete.“

Der Meister, den Tränen sichtlich nah, atmete einmal tief ein und sprach im Ausatmen:

„In dem Moment, in dem du deine Worte sprichst und ich einatme,
durchfährt mich das ganze Leid dieser Welt. Lass es uns gemeinsam wieder ausatmen.
Was aber sag mir spürst du, wenn du dieses tust?“

Viele Tage dachte der Schüler über die Worte seines Lehrers nach.
Nach etlichen Monaten ging er seinen Meister wieder besuchen mit der Erkenntnis:

„Meister heute denke ich, da ich fähig war zu atmen, waren meine Gebete nicht umsonst. Einatmen, ausatmen und beten. Einatmen, ausatmen und beten.
Glück und Leid, immer und immer wieder im Wechsel. Sehen, fühlen, lernen und verstehen.
Einatmen und ausatmen. Grenzenlos sollen meine Liebe und mein Verständnis sein.
Und nein, ich bin nicht schuld. Ich habe alles getan, was ich tun kann.“

In das Gesicht des Lehrers formte sich ein Lächeln.

„Nun hast du die Unterschiede von sehen, fühlen, lernen und verstehen begriffen.
Obwohl sie ganz unterschiedlich sind, sind sie wie das Atmen.
Wenn du nicht einatmest, kannst du nicht ausamten und anders herum auch nicht.
Lasse dich nicht aus deiner Ruhe bringen.
Es kommt auf den Weg an, den du begehst. Ist es der ehrliche Weg, ist es der gute Weg.
Als Teil eines Ganzen ist es wichtig ein Teil und ein Ganzes zu sein, die Unterschiede zu erkennen.
Bedenke, die Weisheit liegt immer in der Mitte.“

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